Dein Ja zu allem kostet Dich Dein Business
Warum jedes Ja gleichzeitig ein Nein zu etwas anderem ist. Und wie Du lernst, strategisch abzulehnen ohne schlechtes Gewissen.
Ich saß damals im Kloster und dachte: "Fuck, ich hab ja zu ALLEM Ja gesagt."
Jedes Projekt, jeder Kundenwunsch, jede "kleine Anpassung". Und dann wunderst Du Dich, warum Du mit 80 Stunden pro Woche immer noch nicht fertig wirst.
Das Ja-Problem
Du kennst es auch: Der Kunde ruft an, hat "nur eine kleine Idee" – und Du sagst Ja. Dein Team schlägt ein neues Tool vor – und Du sagst Ja. Ein spannendes Nebenprojekt lockt – und Du sagst Ja.
Das Problem?
Jedes "Ja" ist automatisch ein "Nein" zu etwas anderem. Zu Deiner Zeit. Zu Deinem Fokus. Zu Deinen eigentlichen Prioritäten.
Die versteckten Kosten
Ein einzelnes zusätzliches Projekt klingt harmlos. "Ist ja nur eine kleine Sache."
Aber addiere alle diese kleinen Sachen zusammen:
- Die Abstimmungsmeetings
- Die E-Mail-Ketten
- Das Kontextwechseln zwischen Projekten
- Die mentale Last, alles im Kopf zu behalten
Plötzlich arbeitest Du nicht mehr AN Deinem Business, sondern nur noch IN dem Chaos, das Du selbst erschaffen hast.
Warum wir trotzdem Ja sagen
Es gibt gute Gründe, warum wir Ja-Sager sind:
- Angst vor Ablehnung: Wir wollen gemocht werden
- FOMO: Was wenn das die Chance meines Lebens ist?
- Ego: Ich schaff das schon alles
- Kurzfristige Erleichterung: Ein Ja beendet die unangenehme Situation sofort
Aber all diese Gründe führen langfristig ins Verderben.
Die Mathematik der Opportunitätskosten
Jede Stunde, die Du in Projekt A steckst, ist eine Stunde, die Du nicht in Projekt B stecken kannst. Das klingt banal, aber wir handeln nicht danach.
Wenn Du 10 Projekte parallel machst, bekommt jedes nur 10% Deiner Aufmerksamkeit. Keines wird großartig. Alle werden mittelmäßig.
Mit 2 Projekten? Jedes bekommt 50%. Beide haben die Chance auf Exzellenz.
Das strategische Nein
Nein sagen ist keine Ablehnung der Person – es ist ein Ja zu Deinen Prioritäten.
Und ein strategisches Nein ist sogar hilfreich für die andere Seite:
- Es ist ehrlich
- Es spart allen Zeit
- Es öffnet Raum für jemanden, der die Aufgabe wirklich rocken kann
Praktische Strategien
1. Die 24-Stunden-Regel
Nie sofort zusagen. "Das klingt interessant, ich melde mich morgen." Das gibt Dir Zeit, rational zu entscheiden.
2. Der Opportunity-Filter
Frage Dich: Ist das ein "Hell Yes"? Wenn nicht, ist es ein Nein. Alles zwischen "Hmm, vielleicht" und "Ja, gerne" ist ein verstecktes Nein.
3. Das Budget-Denken
Du hast X Stunden pro Woche. Jedes Ja kostet einen Teil davon. Visualisiere das Budget und tracke die Ausgaben.
4. Die Prioritäten-Frage
"Was müsste ich dafür opfern?" Wenn die Antwort "meine wichtigste Priorität" ist, dann weißt Du Bescheid.
Wie Du Nein sagst ohne Arschloch zu sein
Das Nein muss nicht harsch sein:
- "Das passt gerade nicht in meine Kapazitäten"
- "Ich kann das nicht mit der Qualität liefern, die es verdient"
- "Ich muss bei meinen aktuellen Verpflichtungen bleiben"
- "Das ist nichts für mich, aber ich kenne jemanden..."
Die Befreiung
Nach meiner Zeit im Kloster habe ich radikal aufgeräumt. Projekte beendet. Kunden abgesagt. Verpflichtungen zurückgegeben.
Das Ergebnis? Weniger Stress, bessere Ergebnisse, zufriedenere Kunden.
Paradox, oder? Indem ich weniger machte, schaffte ich mehr.
Dein erster Schritt
Schau Dir diese Woche jede Anfrage an. Bei jeder einzelnen frage Dich:
"Ist das ein Hell Yes?"
Wenn nicht – überleg Dir ein höfliches Nein.
Dein Business wird es Dir danken. Deine Gesundheit auch.