Dein Team ist nicht unproduktiv – Deine Strategie ist Schrott

Warum Produktivitätsprobleme selten am Team liegen und wie Du mit der richtigen Reihenfolge echte Ergebnisse erzielst.

Thilo Pfeil|30. Oktober 2025|3 Min. Lesezeit
Chaotische Pfeile werden zu einer klaren Richtung geordnet

Du kennst es auch: Meetings ohne Ende, jeder rennt in eine andere Richtung, und am Abend fragst Du Dich, warum trotz 12-Stunden-Tag nichts Wesentliches vorwaerts geht.

Die Antwort ist unbequem: Es liegt nicht an Deinem Team. Es liegt an der fehlenden Sequenz.

Das Sequenz-Problem

Aber warum ist das so?

Weil Du versuchst, Prioritäten zu setzen, bevor überhaupt klar ist, WOFÜR Ihr das alles macht. Du willst Kalender optimieren, während niemand weiß, welches Projekt eigentlich Priorität hat.

Das ist wie Möbel umstellen, bevor Du weißt, wohin Du umziehst.

Die richtige Reihenfolge

Produktivität ist kein Selbstzweck. Sie braucht eine Richtung. Und die kommt aus einer klaren Strategie.

Die Sequenz muss sein:

  1. Vision: Wohin wollen wir?
  2. Strategie: Welchen Weg gehen wir?
  3. Prioritäten: Was machen wir zuerst?
  4. Kalender: Wann machen wir was?
  5. Produktivität: Wie machen wir es effizient?

Die meisten starten bei Punkt 5 und wundern sich, warum nichts funktioniert.

Symptome falscher Sequenzierung

Du erkennst das Problem an diesen Anzeichen:

  • Jeder arbeitet an anderen Dingen
  • Ständige Richtungswechsel
  • "Das ist jetzt auch wichtig" kommt wöchentlich
  • Das Team wirkt beschäftigt, aber nicht produktiv
  • Alle sind erschöpft, aber die Ergebnisse fehlen

Das ist keine Faulheit. Das ist strategisches Chaos.

Warum Führungskräfte das falsch machen

Es ist einfacher, einen Produktivitäts-Workshop zu buchen als die eigene Strategie zu hinterfragen.

Es ist angenehmer, dem Team mehr Tools zu geben als zuzugeben, dass die Richtung unklar ist.

Es ist bequemer, laenger zu arbeiten als die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Aber all das führt nur zu mehr vom Gleichen.

Die Strategie-Frage

Bevor Du Dir Gedanken über Produktivität machst, beantworte diese Fragen:

  1. Was ist das EINE Ziel für dieses Quartal?
  2. Welche 2-3 Projekte zahlen direkt darauf ein?
  3. Was sagen wir aktiv NICHT?

Wenn Du diese Fragen nicht in 30 Sekunden beantworten kannst, hat Dein Team ein Strategieproblem – kein Produktivitätsproblem.

Der Wasserfall-Effekt

Strategische Klarheit fließt von oben nach unten. Wenn Du als Führungskraft nicht weißt, wohin die Reise geht, kann Dein Team nicht die richtigen Entscheidungen treffen.

Jede Unklarheit auf Deiner Ebene multipliziert sich im Team.

  • Du bist 10% unsicher → Dein Team ist 50% unsicher
  • Du wechselst einmal die Richtung → Dein Team verliert Tage an Arbeit
  • Du sagst "alles ist wichtig" → Dein Team priorisiert willkürlich

Die Lösung: Radikale Klarheit

Hier ist, was funktioniert:

1. EIN Fokus pro Quartal

Nicht drei, nicht fünf. Einer. Alles andere ist Nice-to-have.

2. Öffentliche Priorisierung

Jeder im Team muss wissen, was gerade die Top-3-Prioritäten sind. Keine Geheimnisse, keine versteckten Agenden.

3. Wöchentliche Alignment-Checks

5 Minuten: Arbeiten wir alle an den richtigen Dingen? Wenn nicht, korrigieren.

4. Konsequentes Nein

Alles, was nicht auf die Priorität einzahlt, kommt auf eine "Später"-Liste. Nicht "parallel".

Das Kloster-Prinzip

Im Kloster gibt es eine Regel: Tu immer das, was gerade dran ist. Nicht mehr, nicht weniger.

Für Dein Unternehmen heißt das: Mach erst die Strategie klar. Dann die Prioritäten. Dann den Kalender. Dann die Produktivität.

In dieser Reihenfolge. Ohne Abkürzungen.

Dein erster Schritt

Nimm Dir heute 30 Minuten. Schreib auf:

  1. Das EINE Ziel für dieses Quartal
  2. Die 3 Projekte, die darauf einzahlen
  3. Alles, was Du NICHT machen wirst

Dann teil das mit Deinem Team.

Beobachte, was passiert.

Dein Team wird plötzlich produktiver wirken. Nicht weil sie schneller arbeiten – sondern weil sie endlich wissen, wohin.

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