Strategische Erholung: Warum Du zwischen den Jahren NICHT arbeiten solltest

Erholung ist kein Luxus, sondern Performance-Hebel. Warum die produktivsten Unternehmer zwischen den Jahren abschalten – und Du das auch solltest.

Thilo Pfeil|30. Dezember 2025|4 Min. Lesezeit
Entspannter Unternehmer vs. gestresster Hustler am Laptop

Strategische Erholung statt Hustle: Jahresende als Performance-Hebel nutzen.

Zwischen den Jahren scrollst Du durch LinkedIn und siehst diese Produktivitäts-Gurus, die Dir erzählen, Du sollst jetzt durchpowern. 5-Jahres-Pläne schreiben. Vision Boards basteln. Während alle anderen Netflix schauen, sollst Du hustlen.

Bullshit.

Warum Hustle zwischen den Jahren Unsinn ist

Mal ehrlich: Was bringt es Dir, zwischen den Jahren produktiv zu sein, wenn Deine Kunden es nicht sind? Mit wem willst Du arbeiten? Mit der Büropflanze?

Echte Performance entsteht nicht durch permanente Aktivität. Sie entsteht durch strategische Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung.

Spitzensportler trainieren nicht 365 Tage im Jahr mit voller Intensität. Sie haben Erholungsphasen, die genauso wichtig sind wie das Training selbst. Warum sollte es bei Unternehmern anders sein?

Das Geheimnis der strategischen Erholung

Strategische Erholung bedeutet nicht auf der Couch liegen und Netflix-Serien inhalieren. Das ist passive Erholung – besser als Arbeit, aber nicht optimal.

Strategische Erholung bedeutet:

1. Aktive Regeneration

Bewegung an der frischen Luft. Zeit mit Familie. Hobbys, die nichts mit Arbeit zu tun haben. Aktivitäten, die Deinen Kopf füllen mit etwas anderem als Business.

2. Bewusste Reflexion

Nicht grübeln. Sondern mit Abstand auf das vergangene Jahr schauen. Was hat funktioniert? Was nicht? Ohne den Druck, sofort Lösungen zu finden.

3. Echte Präsenz

Wenn Du mit Deiner Familie am Tisch sitzt, dann sei mit Deiner Familie am Tisch. Nicht gedanklich im nächsten Meeting. Nicht am Handy E-Mails checkend.

Warum die besten Ideen in der Pause kommen

Kennst Du das? Du grübelst tagelang über ein Problem und findest keine Lösung. Dann gehst Du duschen oder spazieren – und plötzlich ist die Lösung da.

Das ist kein Zufall. Das ist Dein Gehirn im "Default Mode Network" – einem Zustand, in dem es frei assoziieren und kreativ verknüpfen kann. Dieser Zustand ist nur möglich, wenn Du NICHT aktiv an etwas arbeitest.

Die produktivsten Unternehmer, die ich kenne, haben alle eines gemeinsam: Sie gönnen sich echte Pausen. Nicht als Schwäche. Sondern als strategisches Werkzeug.

Meine Erholung zwischen den Jahren

Ich mache zwischen den Jahren folgendes:

Morgens: 2 Stunden Spaziergang mit meinem Pferd Püdel. Kein Handy. Nur Natur und Bewegung.

Tagsüber: Zeit mit Familie. Brettspiele. Kochen. Gespräche ohne Agenda.

Abends: Lesen. Nicht Business-Bücher. Romane, Geschichte, Philosophie. Dinge, die meinen Horizont erweitern, ohne mich zu stressen.

Gar nicht: E-Mails checken. LinkedIn scrollen. "Nur kurz" ins CRM schauen.

So planst Du Deine strategische Erholung

Du musst nicht meine Routine kopieren. Aber Du solltest bewusst planen, wie Du Dich erholen willst:

1. Definiere "Erholung" für Dich

Was füllt Deine Batterien wirklich auf? Für manche ist es Sport, für andere Kreatives, für wieder andere soziale Zeit. Sei ehrlich zu Dir selbst.

2. Kommuniziere Deine Abwesenheit

Sag Kunden und Team Bescheid, dass Du zwischen den Jahren offline bist. Die Welt wird nicht untergehen. Und wenn doch, wäre sie auch untergegangen, wenn Du am Laptop gesessen hättest.

3. Schaffe Rituale für den Übergang

Ein bewusster Abschluss des Arbeitsjahres (letzter Arbeitstag) und ein bewusster Start (erster Arbeitstag). Keine fließenden Übergänge, wo Du "eigentlich frei" hast, aber "nur kurz" was checkst.

Das Ergebnis

Wenn Du am 2. Januar zurück an den Schreibtisch kommst, wirst Du den Unterschied spüren. Klarer Kopf. Frische Energie. Neue Ideen, die während der Pause gereift sind.

Das ist der echte Wettbewerbsvorteil. Nicht die Hustle-Mentalität, die Dich bis zum Burnout treibt.

FAQ

Dann wird Deine Konkurrenz im Februar müde sein, während Du noch volle Power hast. Marathonläufer gewinnen nicht, weil sie von Anfang an sprinten. Sie gewinnen, weil sie ihre Energie einteilen.

Abschalten ist eine Fähigkeit, die man trainieren muss. Starte mit kleinen Schritten: Eine Stunde ohne Handy. Ein halber Tag ohne E-Mails. Steigere langsam. Es wird leichter.

Definiere vorher, was "dringend" wirklich bedeutet. Ein Notfall beim Kunden? Ja, reagiere. Eine Anfrage, die auch am 2. Januar beantwortet werden kann? Nein, die wartet.

Mindestens 5 zusammenhängende Tage für echte Regeneration. Das Gehirn braucht Zeit, um wirklich "runterzufahren". Ein einzelner freier Tag bringt wenig.

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